Vor der Abreise

Viel gelernt auf dem Vorbereitungsseminar

6. Juni 2015
Vorbereitungsseminar_meine Mädels_klein

Ende Mai ging es für mich Richtung Bonn zum Vorbereitungsseminar für meinen Freiwilligendienst. Mit nicht allzu hohen Erwartungen und einer 3/4 Stunde Verspätung (dank der Deutschen Bahn 😉 ) bin ich schließlich in der Jugendherberge Ahrweiler angekommen.

Rückblickend kann ich sagen, dass es eine großartige und superschöne Woche war – dank der vielen tollen Menschen, die ich kennenlernen durfte, sowohl die anderen Freiwilligen als auch unsere Teamer! Wir waren insgesamt 25 Freiwillige und fünf Teamer (ehemalige Experimenter, die bereits selbst einen Freiwilligendienst gemacht haben), die das Seminar leiteten.

Präsentieren, diskutieren, Meinungen austauschen

Wir hatten einen vollen Zeitplan für die Woche. Der Hauptteil bestand darin, verschiedene Themen in kleineren Gruppen vorzubereiten und dann vor allen vorzustellen. Dabei ging es zum Beispiel um „Rassismus und weiße Privilegien“, „White Charity“ und „Kinderliteratur und Rassismus“. Die Gruppe, in der ich war, befasste sich mit dem Thema „Ownership“ (Eigenverantwortung) im Zusammenhang mit Entwicklungszusammenarbeit.

Die Präsentationen der verschiedenen Gruppen führten meist zu Diskussionen – endlos langen Diskussionen 😀 Aber diese sehr ausführlichen Gruppen-Auseinandersetzungen mit den verschiedenen Themen waren auch immer sehr interessant und aufschlussreich, auch wenn sie manchmal etwas ausarteten – es hat immer Spaß gemacht, zu sehen, wie sich wirklich jeder einbringt und verschiedene Meinungen ausgetauscht wurden.

Filme, die zum Nachdenken anregen

Wir haben auch Filme angeschaut, zum Beispiel „Darwins Albtraum„, der uns allen sehr nahe gegangen ist und mitgenommen hat, da er sehr direkt das Leben von Menschen in Tansania aufgezeigt hat, was zum Teil ziemlich schockierend war. Viele der im Film gezeigten Geschichten sind ein Resultat dessen, was andere Länder veursacht haben (meist diejenigen, die sich als „entwickelt“ bezeichnen würden, politisch korrekt: die Länder des „globalen Nordens“ – ich bin jetzt nicht so ein Fan von dem Begriff), wie zum Beispiel Waffenhandel oder Ausbeuterei.

Der Film ist etwa 90 Minuten lang und lohnt sich auf jeden Fall zu sehen, genau wie der Ted Talk „The Danger of a Single Story„, den wir auch zusammen angeschaut haben. Dort geht es darum, die Stereotypen und Vorurteile, die eigentlich fast jeder von uns zu einem gewissen Grad besitzt, aufzuzeigen. Die Rednerin des Ted Talks weist darauf hin, wie wichtig es ist, sich über verschiedene Kulturen und Länder zu informieren und mit eigenen Augen zu betrachten, bevor man sie kategorisiert und sich auf das verlässt, was man beispielsweise in den Medien gesehen oder gehört hat. Es wichtig, sich über die unterschiedlichen Facetten einer Kultur klar zu werden, um die Gefahr der „Single Story“ zu vermeiden und mit einem offeneren Blick durch Welt zu gehen.

Zusammenarbeiten – nicht helfen

Wir haben auch besprochen, wie wichtig es ist, deutlich zu machen, dass wir KEINE Entwicklungshilfe leisten, sondern viel mehr zu einem interkulturellen Austausch beitragen. Wir werden in den jeweiligen Projekten, in denen wir eingesetzt werden, mitarbeiten und NICHT helfen. Denn der Freiwilligendienst basiert nicht auf Entwicklungshilfe, sondern auf dem Prinzip der Entwicklungszusammenarbeit. Das Kennenlernen anderer Kulturen, der Austausch zwischen Kulturen, das Lernen voneinander und das interkulturelle Verständnis zu wecken stehen hier im Mittelpunkt.

Neben diesen „Lerninhalten“ haben wir auch fast jeden Tag Spiele gespielt (Energiser) und hatten viel Spaß beim Grillen am Lagerfeuer und allem drum und dran, was auch echt super war! Außerdem haben wir auch viele praktische Tipps für die Länder, in die wir gehen werden, bekommen. So habe ich viele nützliche Hinweise von den Teamern erhalten, die bereits selbst in Ecuador waren.

Vorbereitungsseminar_meine Arbeitsgruppe_klein

Ausflug in die Altstadt von Ahrweiler

Kultureller Austausch – erste Erfahrungen

Was persönlich für mich am lustigsten war, waren die Sprachunterschiede in unserer Gruppe, da wir alle aus verschiedenen Teilen Deutschlands kamen und ich das Gefühl hatte, dass alle um mich herum Hochdeutsch reden und ich nun mal nicht. 😀 Was mir dann auch gesagt wurde. 😀 Aber das war ja quasi auch ein gewisser „kultureller Austausch“. 😉

Die Abreise war der traurigste Teil des Seminars, weil wir uns echt alle so gut verstanden haben und wir die meisten nicht so schnell wiedersehen werden, vermutlich erst nach unserer Rückkehr in einem Jahr beim Nachbereitungsseminar. Diejenigen, die wie ich nach Ecuador gehen, werde ich schon in weniger als zwei Monaten am Flughafen wiedersehen! :)

Mit ein paar Mädchen konnte ich noch die Heimreise gemeinsam antreten – mit der Deutschen Bahn Richtung Süden – und jap, wieder mit Verspätung und verpassten Anschlusszügen. 😀

Alles in allem war’s ne super Woche!

 

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