Leben in Quito

Vier Wochen nach dem Erdbeben

16. Mai 2016
http://www.eldiariony.com/2016/04/18/ayuda-mundial-para-ecuador-tras-terremoto-de-7-8/

Wie die meisten wahrscheinlich schon mitbekommen haben, gab es hier vor vier Wochen ein sehr starkes Erdbeben mit einigen Nachbeben, welche größtenteils die Küste betroffen haben. Als die Erde zu beben anfing, befand ich mich in Quito – das war das erste Erdbeben in meinem Leben. Plötzlich fängt das Bett an wie verrückt zu wackeln und ich dachte nur: Wer wackelt da an meinem Bett, haha? Ich hab’s nicht wirklich verstanden, bis dann alle raus gerannt sind und man draußen tatsächlich gespürt hat, wie die Erde unter den Füßen bebte. Doch für uns in Quito ging alles relativ glimpflich ab – noch ahnten wir nicht, wie schlimm es an der Küste war, wo das Epizentrum des Bebens war.  Über 600 Tote und immer noch viele Vermisste, die Lage ist erschreckend. Dazu Zigtausende, die jetzt ohne Obdach sind. Viele Menschen dort haben alles verloren. Und die Leute, die vor Ort waren, haben Schreckliches berichtet: von Körperteilen in den Trümmern, vom Leichengeruch und von der Angst der Überlebenden vor Nachbeben. Hier in Quito dagegen ist schnell wieder Ruhe eingekehrt und man tut halt, was man kann, um von hier aus den Leuten an der Küste zu helfen: spenden, Hilfsgüter sammeln, Benefizkonzerte und und und.

Wie ihr helfen könnt

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die Lage an der Küste immer noch sehr schlimm ist und jede Spende gebraucht wird und auch wertgeschätzt wird. Jonas, ein Mitfreiwilliger, hat in hat in seinem Blogpost bereits auf die verschiedenen Möglichkeiten zu spenden hingewiesen. Von der deutschen Regierung kam leider nicht viel Hilfe, alles läuft über Hilfsorganisationen (z. B. Unicef, Diakonie Katastrophenhilfe, Kindernothilfe, Misereor). Von anderen lateinamerikanischen Ländern wie Venezuela, Peru oder Kuba kam dafür umso mehr Hilfe.

Einige Freiwillige aus Deutschland haben auch eigene Hilfsaktionen gestartet, und es wäre toll, wenn ihr auch sie unterstützen könntet, so zum Beispiel das Projekt von Jonatan und Paul, die in Esmeraldas (also in dem betroffenen Gebiet) leben. Auf Facebook dokumentieren sie genau, was sie mit den Spendengeldern machen. Meine Mitfreiwillige Mara sammelt ebenfalls Spenden, um damit dringend benötigte Hilfsgüter für die Leute an der Küste zu kaufen. Auch sie dokumentiert genau, wie sie mit den Spenden vor Ort hilft. Und Vilja hat mit zwei Freunden eine Crowdfunding-Seite ins Leben gerufen, um ihre Gemeinde zu unterstützen, die Hilfe an Orte bringt, die leider noch nicht erreicht werden konnten. Jede noch so kleine Spende, und seien es nur 5 oder 10 Euro, hilft! Danke an alle, die schon gespendet haben oder es noch tun!

Indigene Hochzeit in Tena

Auch wenn das Erdbeben das alle beherrschende Thema der letzten Wochen war, geht das Leben doch weiter und es passieren auch wieder „normale“ Ereignisse. So war ich letztes Wochenende mit meinen Freunden aus Quito auf einer Hochzeit in San Pedro, einem Dorf bei Tena (im Orient). Das Brautpaar: Timo, unser Freund, der uns auch einlud, hat Chelsea aus den Vereinigten Staaten geheiratet. Sie werden noch eine Hochzeitsfeier in den USA abhalten, aber das war die erste Vermählung und dazu noch traditionell auf indigene Art. Wir haben einen indigenen Tanz getanzt, der recht simpel war (auf und ab laufen als Paartanz), lecker gegessen, die Reden des Vaters und der Mutter (welche sie auf Spanisch und auf Quichua hielt) angehört und Bilder mit dem Brautpaar gemacht. Das war ein ziemlich aufregendes Wochenende.

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Neues aus meinem Projekt

Auch in meiner Arbeit in La Comuna gibt es Neuigkeiten: Seit zwei Wochen habe ich eine neue Schülerin, eine 31-jährige Frau, die ihr Englisch verbessern möchte. Ich unterrichte sie jeden Tag ungefähr zwei Stunden. Da dies ein Einzelunterricht ist und die Schülerin ziemlich motiviert ist zu lernen, macht mir der Unterricht großen Spaß, weil man auch schnell den Fortschritt sieht.

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